|
Yukon (Canada) and Alaska (USA) 2005
Wonderfull summer in the True North
Im Sommer 2005 war es wieder so weit. Wir genossen die grenzenlose Freiheit und durchquerten sechs Wochen lang mit unserem Zelt und Mietauto die unendlichen Weiten des wilden Yukons im Norden Kanada's, sowie Alaska der Vereinigten Staten Amerika's.
Auf dieser traumhaften Reise sind über 2500 Bilder entstanden, welche auf diesen Seiten nun zu betrachten sind. Die Bilder wurden mit der Spiegelreflex Kamera Canon EOS 10D und einer Canon IXUS 400 abgelichtet.
Bettina hat während den Ferien wieder ein Tagebuch geführt, welches nachstehend zum Lesen zur Verfügung steht. Viel Spass mit dem Reisebericht!
Merci Bettina für deinen Bericht!
Bettina's Tagebuch: 16. Juli 2005 - 26. August 2005
Samstag 16. Juli 2005 - Abflug
 |
Um 9.15 Uhr Ankunft in Zürich Flughafen. Der Flieger ist wieder hoffnungslos überbucht und wir warten auf unsere Sitzplatzzuteilung. Mit über einer Stunde Verspätung heben wir schliesslich um 12.50 Uhr vom Boden ab. Ein etwas holperiger Start, da es gewittert und regnet, dann aber ein Flug über den Wolken an der Sonne. Ein angenehmer Flug und gute Zwischenstopps bis Whitehorse. Dies erscheint für uns wie 11’500 km nach Hause fliegen. Mit dem Taxi geht es zum River View Hotel und nach 24 Stunden Reise schnell ab ins Bett. Es ist bereits 00.30 Uhr. |
|
Sonntag, 17. Juli 2005 - Unser Auto
 |
Heute Morgen das erste Frühstück in Kanada Style. Danach bringt uns ein Taxi zurück an den Flughafen, wo wir bei der Hertz Vermietung unser Auto übernehmen möchten. Zuerst sollte es ein Pick- up mit offener Ladefläche sein, mit welchem wir aber nicht so ganz einverstanden sind. Schliesslich haben wir damit gerechnet, auch einmal im Auto zu übernachten. Kurzerhand bekommen wir einen roten Ford Explorer ausgehändigt. Nach kurzem kennen lernen geht’s ab nach Downtown Whitehorse. Zuerst erledigen wir einen Grosseinkauf, dann gibt’s zur Stärkung erst einmal Onion Rings, aus dem uns bereits bekannten A&W. Danach machen wir uns auf die Suche nach einem Camping Platz. Auf dem Robert Service Campground direkt am Yukon River stellen wir erstmals unser Zelt auf. Zurück geht’s nach Downtown, wo wir ein feines Nachtessen geniessen. Draussen ist es immer noch taghell, als wir um 23 Uhr schlafen gehen. |
 |
Montag, 18 Juli 2005 - Klondike Rib & Salmon
 |
Wir stehen um 9.30 Uhr auf. Wir reservieren nochmals für eine Nacht den Zeltplatz, da es heute Morgen in strömen regnet und wir nochmals ein paar Besorgungen machen wollen. Im Canadien Tire kaufen wir eine elektrische Kühlbox, im Campingshop Gaskartuschen und im Liqueur Store ein paar kanadische Bier sowie Wein. Im FCK gibt es dann ein Mittagessen, welches aus etwa einem Kilo Onion Nuggets besteht, da wir uns wieder mal mit kanadischen Verhältnissen nicht auskennen. Danach will Marius einen Geo Cache suchen, der mitten in der Stadt liegt. Nach etwa einer Stunde haben wir auch diesen gefunden und wir machen noch ein paar Besorgungen. Im Klondike Rib& Salmon Restaurant geniessen wir ein super leckeres Fisch Nachtessen, für welches dieses Restaurant auch in der ganzen Stadt bekannt ist. Danach suchen wir zur Verdauung nochmals einen Geo Cache am Yukon river, den wir aber nicht gefunden haben. Am Fluss lernen wir Anita und Ivan kennen, welche auf einer Weltreise sind und nun die nächsten drei Wochen im Yukon und in Alaska verbringen. Nach etwas plaudern fahren wir zurück zum Zeltplatz und schlafen um 00.30 Uhr. |
 |
Dienstag, 19. Juli 2005 - Abfahrt
 |
Aufstehen, Duschen (1$/ 5min.) und Zelt abbauen. Danach erledigen wir in Whitehorse noch die letzten Einkäufe und tanken unser Auto voll. Nun fahren wir ab, über den Klondike Highway Richtung Dawson City. Wir fühlen uns frei, grenzenlos frei! Für sechs Wochen durchqueren wir nun den wilden Yukon und Alaska. Bereits um 15 Uhr stellen wir unser Zelt auf den Fox Lake Campground, da wir noch etwas Zeit brauchen, um in den Reiseführern zu schmökern. Doch wie lustig, da fahren doch Anita und Ivan, welche wir noch am Vorabend in Whitehorse kennen gelernt haben auf den Campingplatz. Kurz zeigt sich die Sonne und wir geniessen ein Bad im 16 Grad kalten See. Nach der Abkühlung kochen wir zusammen mit Anita und Ivan Steaks vom Grill, Teigwaren und Salat. Bei traditionellem Kaffee und Cookies sitzen wir noch lange zusammen am Feuer und plaudern. Um Mitternacht gehen wir schlafen und Ivan geht fischen. |
|
Mittwoch, 20. Juli 2005 - Five Fingers
 |
Gegen Morgen beginnt es zu regnen. Als der Regen etwas nach lässt, bauen wir schnell unser Zelt ab. Marius geht nochmals baden, mir ist es heute Morgen zu kalt. Danach machen wir unter dem Zeltplatzunterstand einen warmen Tee und essen ein Joghurt. Wir verabschieden uns von Anita und Ivan und schliessen nicht aus, uns irgendwo in Alaska nochmals über den Weg zu laufen. Weiter geht’s Richtung Dawson City. In Carmarcks gibt es trotz der eingezeichneten Ortschaft nur eine Tankstelle, wo wir aber Fleisch einkaufen können. Der einzige Shop weit und breit. Auf der Weiterfahrt sehen wir uns Five Fingers an. Dies sind Steine, welche aus dem Yukon River ragen und aussehen wie eine Hand. Kurz nach Steward Crossing finden wir einen Government Campground. Es ist 18 Uhr und der Zeltplatz ist bis auf drei Stellplätze menschenleer. Hier im Yukon finden wir wohl immer einen freien Zeltplatz. Touristen hat es hier, obwohl Hochsaison, wirklich wenige. Zum Nachtessen kochen wir Rindssteak, Teigwaren an Paprikasauce und Salat. Da Marius danach unbedingt sein neu gekauftes Beil ausprobieren möchte, hackt er diverses Holz klein und errichtet rund ums Feuer Totems. Für diese Nacht sind wir wohl gegen böse Geister beschützt. Nachdem diese dann noch mit Blumen beschmückt sind, kochen wir uns Kaffee mit Cookies. Dann geht’s schlafen auf dem Moose Creek. |
|
Donnerstag, 21. Juli 2005 - Elch
 |
Nach dem Aufstehen gehen wir beim Zeltplatzeingang auf einen Trail. Der Waldweg führt am Moose Creek entlang, der sich im frischen Morgenlicht dahin schlängelt. Schöne Fotos in der Morgensonne entstehen, Tiere haben wir aber keine gesehen. Zurück auf dem Zeltplatz geht’s los nach Dawson City, wo wir etwas Lebensmittel einkaufen können. Nach einer hausgemachten Glace fahren wir 40 Kilometer zurück, wo wir auf den Dempster Highway Richtung Inuvik abzweigen. Auf der Gravel road, die erst in Inuvik nach 740 Kilometer endet, geht’s vorerst mal 194 Kilometer in den Norden. Ein komisches Gefühl, denn hier endet die Erreichbarkeit der Notfallnummern und es vergeht manchmal eine halbe Stunde, bis wir ein anderes Auto kreuzen. Ausserdem gibt es hier nur zwei Ortschaften auf der Strecke. Das eine ist nur eine Tankstelle in der Mitte des Weges, das zweite ist eine Eskimosiedlung, welche aber mit der Fähre nicht angefahren wird, wer nicht ausdrücklich dort hin möchte. Unterwegs haben wir einen Elch gesehen, der sich bei einem kleinen See satt gefressen hat. Als wir uns mit der Kamera genähert haben, hat er uns ganz verwundert angeschaut. Schön war’s, wir haben noch nie einen Elch in freier Natur von so nahe und so lange beobachten können. Auf dem Engeneer Campground richten wir uns für die Nacht ein. Heute gibt’s echten Yukon Lachs, Reis und Gurkensalat. Die Abfälle werden fein säuberlich im Bärencontainer entsorgt, damit wir in der Nacht ja keinen Besuch bekommen. Abwaschen und Zähneputzen im Fluss, da es hier sonst kein fliessendes Wasser gibt. Heute gehen wir früh zu Bett. |
|
Freitag, 22. Juli 2005 - Stone chips
 |
Heute Morgen haben wir einen blauen Himmel und wir fahren weiter Richtung Inuvik. Die Strasse ist manchmal miserabel und die Einheimischen Lastwagenfahrer fahren wie die Esel. So erwischen wir zwei Stone chips inmitten der Windschutzscheibe und fahren uns sogar einen Draht ein, welcher glücklicherweise wenig hinter dem Rad in das Trittbrett einschlägt und da aber ein Loch hinterlässt. An einem Fluss entdecken wir unseren ersten Weisskopfseeadler, der aber noch vor dem bereitstellen der Kamera weg fliegt. Einen Stopp am Artic Circle, wo Marius einen Cache inmitten der Blaubeeren Felder sucht. Dies trotz des Hinweises, dass die Bären hier auch gerne ab und zu von den Beeren naschen. Nach einem Pick- Nick und den legendären Fotos geht die Fahrt weiter. Da uns der eine Zeltplatz unterwegs nicht so gefallen hat, fahren wir gleich weiter bis Inuvik. Die Strasse zieht sich zum Schluss endlos und die sonst so wunderschöne Natur wirkt nach über 700 Kilometer Fahrt schon etwas eintönig. In Inuvik nehmen wir den ersten Zeltplatz vor dem Dorf, da es schon recht spät ist. Hier sind wir zu zweit auf dem nicht gerade schönen Platz und es ist saukalt. Obwohl es nicht gerade anmacht jetzt draussen zu sitzen, braten wir uns dennoch schnell einen Maiskolben, bevor wir uns in den warmen Schlafsack kuscheln. Es ist 4 Grad kalt und es windet recht stark. |
|
Samstag, 23. Juli 2005 - Waldbrand
 |
Wir erwachen halb erfroren, trotz der guten Schlafsäcke. Liegen bleiben ist hier nicht drin. Die heisse Dusche ruft, die es hier glücklicherweise gibt. Es beginnt zu regnen, der Himmel ist grau in grau und das Thermometer zeigt ganze 6 Grad. Wir fahren nach Inuvik City. Unglaublich, nach über 700 Kilometer Fahrt trifft man hier auf eine Inuit Siedlung, in der es fast alles zu kaufen gibt. Die Iglu Church ist die bekannteste Sehenswürdigkeit hier. Ansonsten gibt es viele bunt angemalte Holzhäuser, die alle auf Holzpfählen gebaut sind. Schade ist es so trübes Wetter und eisig kalt, sonst gäbe die Eskimosiedlung ein paar schöne Fotos her. Ausser Kanu fahren kann man hier nicht sehr viel unternehmen. Da es uns nicht gerade reizt, bei diesen Temperaturen Kanu zu fahren, beschliessen wir nach ein paar kleinen Einkäufen bereits wieder südwärts zu fahren. Wieder über 700 Kilometer Gravel road vor uns, geht es langsam wieder wärmeren Temperaturen zu. Als wir auf die zweite Fähre auffahren, quietscht plötzlich unser Hinterrad. Der Fährmann kommt sofort mit einem Wagenheber angerannt und montiert kurzerhand unser Rad ab um nachzuschauen. Eine dicke Schicht Dreck weg klopfen und schon ist alles wieder in Ordnung. Dass die anderen Autos an der Anlegestelle warten mussten hat niemanden interessiert. Hier in der Abgeschiedenheit ist jeder auf jeden angewiesen und dies hat sich wieder einmal gezeigt. Wirklich sehr nett von dem Inuit Fährmann. Weiter geht die Fahrt. Schon von weitem sehen wir dicke Rauchschwaden aufsteigen. Als wir näher kommen, lodert direkt am Wegrand ein Waldbrand. Ein Einheimischer hat uns erzählt, dass dieser bereits seit zwei Monaten lodert und bei aufkommendem Wind immer wider entfacht wird. Schnell ein paar Fotos und weg von hier. Wir übernachten wieder auf dem Engineer Campground. Zuvor gibt’s aber Bratkartoffeln, Wurst und Rüebli. Einen legendären Kaffee und ab in den warmen Schlafsack. Es ist bereits wieder 15 Grad warm und wesentlicher angenehmer. |
|
Sonntag, 24. Juli 2005 - Sour toe drink
 |
Wir fahren weiter Richtung Süden. Zweimal sehen wir auf der Strasse einen Ptarmigan, ein Schneehuhn, welches ganz gemächlich über den Weg spaziert. Als wir endlich den Dempster Highway verlassen und wieder in den Klondike Highway einbiegen, fühlen wir uns schon beinahe wieder wie zu Hause. Dawson City erscheint uns im Vergleich fast wie eine Grossstadt. Die Bilanz des Dempster Highway sind einige Rock Chips, welche nun unsere Windschutzscheibe zieren. In Dawson City angekommen, gehen wir erst einmal Mittagessen und schlendern danach etwas durch die Goldgräberstadt. Dieses Wochenende findet hier ein Musikfestival statt und direkt am Yukon River spielt gerade eine Country Band. Während wir eine hausgemachte Glace geniessen, hören wir etwas der Musik zu. Unterdessen hat es angefangen heftig zu winden und der Himmel bedeckt sich mit Rauchschwaden. Jemand erzählte uns, dass es in Alaska drei grössere Waldbrände gibt, die bei heftigem Wind den Rauch und Feuergeschmack heran tragen. Wir fahren zurück zum Klondike River Campground und stellen unser Zelt auf. Danach fahren wir auf den Aussichtspunkt Dome Mountain. Normalerweise hat man von hier eine wunderbare Aussicht über die ganze Stadt. Heute aber ist es wegen der Brände überall sehr dunstig und man kann gerade mal knapp die Häuser erkennen. Zurück geht’s in die Stadt. Ein oder zwei Shops besichtigen, ein paar Fotos und ein super leckeres Nachtessen im Jack London Restaurant. Danach gehen wir in eine Bar und können gerade das Spektakel des Sour toe Drinks mitverfolgen. Dies sind angeblich abgefrorene Zehen von einstigen Goldsuchern, welche in Whisky eingelegt werden und dem Drink einen besonderen Geschmack verleihen sollen. Bleibt nur die Frage: „Echt oder unecht?“ Jedenfalls sind wir froh dies nicht selber ausprobieren zu müssen und kehren nach einem Schlummertrunk zum Zeltplatz zurück. Wie immer ist es taghell als wir in unsere Schlafsäcke schlüpfen. |
 |
Montag, 25. Juli 2005 - Wie man möglichst viel Geld ausgeben kann
|
Heute Morgen fahren wir auf der Bonanza Road hinauf zu den Goldschürfungen. Bei Dredge Nr. 4 steht das weltgrösste Baggerschiff, welches um 1966 wieder restauriert wurde und nun besichtigt werden kann. Für 6 $ bekommen wir eine einstündige Führung durchs Innere. Danach sehen wir uns die alten Geräte bei Claim 33 an, welches alles alte Hinterlassenschaften der einstigen Goldgräberzeit sind. Danach fahren wir zurück nach Dawson City um unsere Wäsche zu waschen. Staunen wir nicht schlecht, als hier für eine Maschine 3$ 50 verlangt wird. Kaum haben wir unsere zwei Trommeln gestartet, merken wir, dass wir für Beide dasselbe Programm gewählt haben. Ausserdem hätte es auch eine kleinere Waschmaschine gegeben, welche nur 2$ 50 gekostet und für unsere Wäsche auch gereicht hätte. Also, für nun 7$ hätten wir auch für 2$ 50 waschen können. Der Himmel verdunkelt sich, währenddessen wir noch ein paar Souvenirshops durchackern. Bei dieser super Stimmung geht’s auf eine Fototour durch die Stadt. Von Vorne die Sonne, hinter uns schwarze Gewitterwolken und dazu die farbigen Häuser der Stadt. Im Mama Chitas gehen wir Nachtessen. Dies ist für hiesige Verhältnisse eher ein teureres Restaurant, kostet aber nicht mehr als in einer Pizzeria bei uns. Da hier alles so nobel eingerichtet ist, getrauen wir uns nicht zusammen einen Salt zu teilen und bestellen sogleich zwei. Ebenfalls bestellen wir zwei kleine Pizzas. Kurz darauf bemerken wir, dass alle Anderen die etwas grössere Pizza bestellt haben und sich diese für einen geringeren Preis nun teilen. Hätten wir also für ca. 30$ gegessen, anstatt für 55$. Heute haben wir wohl getestet, wie man möglichst viel Geld ausgeben kann. Mit den kanadischen Sitten sind wir einfach immer noch zu wenig vertraut. Nochmals eine hausgemachte Glace und es geht zurück auf den Zeltplatz. Morgen wollen wir frühzeitig aufstehen. Wir reisen weiter nach Alaska. |
|
Dienstag, 26. Juli 2005 - Erstmals im Staat Amerika
 |
Nach dem zusammenräumen des Zeltes gibt es erstmals in der Stadt eine Chai Latte und heisse Schokolade. Mit der Fähre geht’s über den Yukon River und dann mit dem Öiteli Richtung Alaska. Der Top of the world Highway gleicht etwa dem des Dempster Highway, aber die wunderschöne Aussicht über die Weiten Yukons entschädigt alles. Das Wetter wird immer schöner und die Temperaturen steigen. Nach 75 Kilometer erreichen wir den amerikanischen Zoll. Nachdem wir im Office antreten mussten und pro Person 6$ bezahlt haben, (der Himmel weis für was?) dürfen wir mit einem freundlichen „ welcome to the United States“ des Customers über die Grenze. Noch lange lachen wir darüber, weil Marius auf die Frage des Zollbeamten „was wir einführen“ antwortete: „Two bottles of wine, six beer, three carrot’s and two onions.“ Der Zollbeamte hat’s ebenfalls mit Humor genommen. Erstmals in Alaska! Der Tyler Highway führt uns erstmal durch die Täler und Wälder der Wildnis hier. In Tok tanken wir unser Auto auf und befreien es von dem Staub und Dreck der letzten Tage. Siehe da, unser Auto ist ja rot! Hier im Souvenirshop kaufe ich mir ein Alaska T-Shirt, verziert mit einem Elch. Im kleinen Tante Emma Laden kaufen wir zwei leckere Schweinesteaks für je 1$ 30! Der Salat den wir ebenfalls gekauft haben hat mehr gekostet. Danach fahren wir auf den Tok River Campground und stellen unser Zelt direkt am Flussufer unter den Bäumen auf. Erstmal ein Yukon Gold Bier zur Erfrischung und dann kochen. Die Schweinesteaks schmecken extrem lecker und die Salzkartoffeln dazu ebenfalls. Beim letzten Bissen beginnt es aus einer grossen schwarzen Wolke zu regnen, rundherum jedoch ist der Himmel blau. Ein schöner Regenbogen am Horizont leuchtet uns entgegen. Bereits ist alles wieder trocken und wir kochen uns Kaffee, dazu gibt es Pecan Nuss Kuchen. Es ist schon 22. 30 Uhr und bei hellem Sonnenschein schreiben wir Tagebuch, lesen und geniessen das leise Rauschen des Flusses. |
|
Mittwoch, 27. Juli 2005 - Tierischer Tag
 |
8 Uhr aufstehen, Zelt abbauen und einen kleinen Trail rund um den Zeltplatz. Weiter geht’s wieder nach Tok, wo wir nochmals so ein feines Fleisch wie gestern einkaufen. Losfahrt Richtung Fairbanks. Unterwegs sehen wir am Strassenrand eine Elchkuh mit ihrem Baby. Als wir anhalten, verschwindet das Kleine im Wald. Die Elchkuh frisst seelenruhig die saftigen Gräser am Strassenrand und stört sich nicht an unserer Anwesenheit. Kurz nach Delta Junction besichtigen wir die Pipeline, welche durch ganz Alaska Öl transportiert. Schon recht faszinierend. Wir fahren weiter bis zum Harding Lake, wo wir auf dem Campground unser Zelt aufstellen. Endlich können wir baden gehen und uns im doch 22 Grad warmen Wasser abkühlen. Kaum zurück auf dem Zeltplatz, zieht ein Gewitter auf. Schnell verziehen wir uns mit einem Bier, dem Tagebuch und dem Schlafsack im Zelt. Da es aber nach einiger Zeit immer noch nicht mit regnen aufhören will und es nun auch begonnen hat stark zu winden, gehen wir zu einem Unterstand vorne am See. Hier kochen wir Teigwaren, Salat und nochmals dieses feine Schweinesteak. Während des Kaffee kochen hört es auf zu winden und der Himmel lässt erahnen, dass es bald wieder schöner wird. |
|
Donnerstag, 28. Juli 2005 - Erstmals am „Nordpol“
 |
Am Morgen fahren wir los bis zu der Ortschaft Norh Pole. Dieser Ort verdankt seinen Namen den jeweils tiefen Wintertemperaturen. Hier herrscht das ganze Jahr über Weihnachten. Nach typisch amerikanischer Art soll hier der Weihnachtsmann wohnen und dies wird auch dementsprechend vermarktet. Alles glitzert und glänzt hier im Souvenirshop. Draussen im Gehege stehen sogar Rentiere, die echten versteht sich natürlich! Rudolph und Co warten wohl auf nächste Weihnachten. Weiter geht unsere Fahrt nach Fairbanks, wo wir auf dem Tatana Valley Campground unser Zelt aufstellen. Mitten in der Stadt gelegen, dennoch Stellplätze im Wald, für nur 10$. Hier gibt es sogar gratis Dusche und Internetanschluss dazu. Ein echter Geheimtipp. Als erstes besuchen wir Alaskaland. Dies ist eine Mischung aus Museum, Vergnügungspark und alten traditionellen Häuser. Der Park wirkt recht ausgestorben, es ist doch Hochsaison oder? In der nähe des Zeltplatzes gibt es ein riesiges Feld, auf dem im Sommer Kraniche und Wildgänse brüten. Laut Reiseführer sollen es hunderte sein, wobei bei unserem Besuch wohl einige abhanden gekommen sind. Dennoch lassen sich die Vögel ungestört beim Brüten beobachten. Im Birkenwald hinter dieser Wiese machen wir einen Trail, der uns über einen Holzsteg durch diesen wunderschönen Wald führt. Eine echte Abkühlung bei diesen Temperaturen. Danach ein kleiner Einkauf im Beaver Sportgeschäft und nun schnell ab auf den Zeltplatz unter die Dusche. Seit Inuvik erstmals wieder! Danach gehen wir im Gerolds (Empfohlen vom Zeltplatz Officer) essen. Marius bekommt Haliput mit Nudeln und Gemüse, dazu Salat vom Buffet. Ich bestelle Shrimps mit Gemüse, dazu ebenfalls Salat. Alles war wirklich sehr lecker, obwohl nicht gerade billig. Nur die Bedienung lässt zu wünschen übrig und ist so gar nicht nach kanadischer freundlicher Art. Alaska gleicht in der Mentalität schon mehr Amerika. Danach teilen wir uns von Mc Donald eine Glace und ab geht’s zurück auf den Zeltplatz. |
|
Freitag, 29. Juli 2005 - Ankunft im Denali Nationalpark
 |
In Fairbanks fahren wir am Morgen erst mal in die Stadtbibliothek, wo wir das Internet benützen können. Zudem hat Marius ein Problem mit den Fotospeicherungen, welches er hofft hier lösen zu können. Ein sehr hilfsbereiter Techniker der Bibliothek stellt uns sogar seinen eigenen Laptop zur Verfügung. Danach geht’s nach einem kleinen Einkauf auf den Weg zum Denali Nationalpark. Die Fahrt dorthin ist von viel Rauch getrübt und es schmeckt wieder nach Rauch. Fast könnte man meinen es hätte bereits Novembernebel. In Denali angekommen, müssen wir zuerst einen Zeltplatz reservieren. Die Leute im eher kommerziellen Reservationsbüro sind recht unfreundlich und machen auf uns einen desinteressierten Eindruck. Da erst ab Morgen im Nationalpark ein Platz frei wird, fahren wir 10 Kilometer weiter südlich auf den Grizzly Baer Campground. Ab Morgen bis Mittwochs werden wir dann im Park campieren. Auf dem Zeltplatz kochen wir Nachtessen und Kaffee. Es beginnt wieder mal zu regnen. Nun aber ab ins Zelt. |
 |
Samstag, 30. Juli 2005 - Regen, Regen, Regen.....
|
Als wir erwachen hat es aufgehört zu regnen. Schnell packen wir unser Zelt zusammen und fahren 10 Kilometer zurück auf den Riley Campground im Nationalpark. Hier suchen wir uns einen schönen Platz aus, stellen bereits um 10 Uhr wieder das Zelt auf und richten uns für die nächsten vier Tage ein. Gerade als wir mit aufstellen fertig sind, beginnt es in strömen zu regnen. Schade, so können wir nicht wandern gehen, weil wir wohl in zwei Minuten klatsch nass wären. So fahren wir nach Healy, um zu sehen, ob wir da einkaufen können. Da rennt uns eine Elchkuh mit ihrem Kleinen vor dem Auto über die Strasse. Auf der anderen Strassenseite, bei einer Baustelle, bleiben sie stehen und knappern an irgendwelchen Säcken herum. Wir haben die Gelegenheit sie ganz lange zu beobachten und ein paar Fotos zu schiessen. Nach einem erfolglosen Einkauf, dafür aber mit einigen Fotos der Elche, kehren wir nach Denali zurück. Nach einem Mittagessen klappern wir die Souvenirshops ab, von denen es einige hier der Strasse entlang gibt. Bei diesem Hundewetter und der Kälte bleibt uns nicht viel anderes übrig. Marius kauft ein paar Weisskopfseeadler Magnete, welche er für die Geo Caches benötigt. Ausserdem kaufen wir zehn Postkarten für gerade mal 1$, ein T-Shirt für Marius und einen Sonnenhut für mich. Nach dem einkaufen sehen wir uns im Reservations- Center einen Film über Backcountry Hiking und Bären an. Da wir heute Morgen eine 11 Stunden Busfahrt in den Park reserviert haben, müssen wir noch ein Pick- Nick einkaufen. Nach dem Einkauf im kleinen Parklädeli geht es zurück zum Zeltplatz, wo wir Sandwichs zubereiten und unsere Rucksäcke packen. Danach gehen wir in Denali Nachtessen, da es immer noch in strömen regnet und wir so keine Lust haben selber zu kochen. Heute Abend gehen wir früh schlafen, da wir morgen um 5.15 Uhr aufstehen müssen. Schade dass wir heute wegen des Regens gar keinen Trail machen konnten. Hoffentlich werden die verbleibenden Tage etwas besser. |
|
Sonntag, 31. Juli 2005 - Lucky Day
 |
Heute stehen wir um 5.15 Uhr auf. Als uns die Uhr weckt, hat Marius irgendwelche Lachanfälle. Niemand weis genau wieso und dies um diese Uhrzeit. Es ist schweinekalt, dennoch strahlt uns ein klarer und blauer Himmel entgegen. Schnell fahren wir zur Busstation beim Reservationszentrum, von wo aus unsere 11 Stunden Tour startet. Während der Fahrt sehen wir Caribous, welche ihre Köpfe aus den Gebüschen heben und uns durch den Morgennebel anstarren. Ausserdem sehen wir einige Grizzlies, wovon einer direkt neben dem Bus nach Wurzeln gräbt und sich vom klicken der Kameras nicht stören lässt. Schneehasen, Ptarmigans, Falken und vieles mehr sehen wir auf der Fahrt. Der Mount Mc Kinley oder indianisch der Mount Denali strahlt uns entgegen, ganz ohne Wolken. Dieser präsentiert sich nur 12% des Jahres ganz ohne Wolken. Die Einheimischen nennen dies den Lucky Day und so fühlen wir uns auch. Nach dem Pick- Nick am wunderschönen Wonder Lake, geht die Fahrt bereits wieder retour. Die abwechslungsreiche Fahrt vergeht wie im Fluge. Todmüde aber mit vielen schönen Eindrücken kehren wir auf den Zeltplatz zurück. Schnell noch Spaghetti kochen, bevor uns die Augen zu fallen. Gerade nach dem Kaffee beginnt es zu regnen und wir verziehen uns ins Zelt. Heute werden wir wohl bestens und schnell schlafen. |
|
Montag, 1. August 2005 - Sled Dogs
 |
Heute Morgen besuchen wir als Erstes eine Schlittenhund Vorführung. Die Hunde dürfen gestreichelt und fotografiert werden. Ausserdem bekommen wir eine Vorführung, wie die Hunde Schlitten ziehen und auf Kommandos hören. Hier im Nationalpark wird im Winter immer noch mit Schlitten und Hunden Patrouillen gemacht, da dies der einfachste Weg zur Fortbewegung ist. Nach der Vorführung machen wir uns zu Fuss auf den 3 Meilen langen Rückweg. Zurück in Denali schmökern wir etwas im Park Buchladen und kaufen (sündhaft teures) Brot für unser Fondue heute Abend. Dann fahren wir zum Savage River, ca. 20 Kilometer in den Park hinein und sichten unterwegs sogar noch ein Caribou. Savage River ist der letzte Teil, zu dem man mit dem eigenen Auto fahren darf. Hier gehen wir auf einen 3 Meilen langen Trail dem Fluss entlang. Plötzlich hören wir es laut pfeifen. Als wir unsere Köpfe heben, sehen wir eine Gruppe Murmeltiere die alle schnellstens davon rennen. Kurz darauf entdecken wir einen Vielfrass, der auf die Murmeltiere zu rennt, in ihre Höhlen schaut, nach Beute sucht und bald darauf abzieht. Später sehen wir noch mal ein Murmeli, mit welchem Marius natürlich sofort Freundschaft schliesst, damit er von ganz nahe Fotos machen kann. Nicht fehlen dürfen natürlich immer und überall die lustigen und neugierigen Ground Squirrels. Am Ende des Trails wimmelt es von wunderschön gefiederten Ptarmigans. Auch diese sind schöne Fotomotive. Auf der Rückfahrt entdecken wir zum Abschluss hinter Bäumen versteckt einen Elch. Zurück auf dem Zeltplatz brutzeln wir unser extra aus der Schweiz importiertes Fondue, zu Ehren des Nationalfeiertages. Dazu einen delikaten Weisswein. Auch unser gruseliger Nachbar kann uns nicht die Festlaune Verderben. Dieser ist nämlich sturzbesoffen, pinkelt an sein Auto und lässt den Motor 45 Minuten unweit entfernt von unserem Fondue laufen. Dies in einem Nationalpark, man staune! Nach dem feinen Essen spielen wir eine Partie Frisbee zur Verdauung. Danach einen Kaffee und mit vielen neuen Eindrücken geht’s ab in den warmen Schlafsack. |
|
Dienstag, 2. August 2005 - Wandern, wandern, wandern...
|
Heute Morgen weckt uns wieder der lautstark laufende Motor unseres Zeltnachbarn, welcher für diesmal ca. eine Stunde läuft. Wir lassen uns den Tag nicht vermiesen und fahren zum Visitor Center, von wo aus ein Trail ca. 3 Meilen zum Horseshoe Lake führt. Hier entdecken wir einen Biberbau, Biber haben wir aber keinen gesehen. Zurück beim Visitor Center machen wir noch einen kleinen Trail ganz in der Nähe. Dann geht’s erst mal zurück nach Denali, um unser Auto mit sündhaftteurem Benzin zu tränken. Zurück beim Visitor Center essen wir etwas zu Mittag und fahren danach noch mal zum Savage River. Da nehmen wir einen Trail in Angriff, der uns so ziemlich gerade auf einen Berggipfel führt. Oben mit letzter Mühe angekommen, belohnt uns eine schöne Rundsicht über den Park. Hier Oben sehen wir viele Piccas, süss! Beim Abstieg beginnt es zu regnen und wir machen, dass wir auf dem rutschigen Weg schleunigst nach Unten kommen. Zurück auf dem Zeltplatz kochen wir Spaghetti mit Salat und Toast. Noch etwas gemütlich draussen sitzen mit Kaffee und Cookies. |
|
Mittwoch, 3. August 2005 - Biber Alarm
 |
Adieu Denali Nationalpark! Mit vielen eindrücklichen Bildern verlassen wir die traumhafte Gegend. Unsere Fahrt führt weiter Richtung Süden. Irgendwo auf der Fahrt sehen wir nochmals einen Elch und geniessen mehrmals die freie Sicht auf den Mount Mc Kinley. Bei der Ortschaft Willow zweigt eine Gravel road ca. 5 Meilen in Richtung South Rolly Lake ab. Direkt am See, auf dem wunderschön gelegenen Zeltplatz, stellen wir nur gerade 3 Meter vom Wasser entfernt unser Zelt auf. Wir mieten uns ein Kanu und machen uns auf dem Spiegelglatten See auf Erkundung. Hier schwimmen ein paar Loons herum und ganz hinten im See hat es einen Biberbau. Da entdecken wir aber nichts und paddeln ans andere Ende des Sees. Hier hat es nochmals einen Biberbau. Wir verhalten uns ganz ruhig und lassen das Kanu auf dem Wasser treiben. Da kommt doch tatsächlich ein Biber angeschwommen und kurz darauf entdecken wir einen Zweiten. Als wir ein Foto von ihm machen, schlägt er mit seiner Schwanzflosse aufs Wasser und taucht kurzerhand ab. Kurz darauf kommt er wieder zum Vorschein und wir können die Beiden recht lange beobachten und Fotos machen. Der eine Biber versuchte mit den Flossenschlägen und dem davon schwimmen uns regelrecht von seinem Bau abzulenken. Super cool, einen Biber mal in freier Natur beobachten zu können. Damit wir die Biber nicht allzu fest stören, kehren wir auf den Zeltplatz zurück und lassen sie in Frieden. Wir kochen uns Kartoffelstock, Würste und Bohnen. Es beginnt wieder mal zu regnen. Aber dank Marius vorbereitetem Unterstand geniessen wir ein trockenes Nachtessen mit Seeblick. Nach dem Essen fahren wir mit dem Kanu nochmals zu den Bibern raus. Diese sind immer noch fleissig am Äste suchen und versuchen uns abermals vom Biberbau abzulenken. Da entdecken wir noch einen dritten Biber. Ist dies vielleicht ein Junger? Nun können wir auch ihre Abwehrhaltung verstehen. Wir paddeln zurück, geben das Kanu retour und gehen uns Kaffee kochen. Bei dem unheimlich klingenden, wolfsähnlichen Ruf des Loons liegen wir im Schlafsack und lauschen den Geräuschen der Natur. Gute Nacht! |
|
Donnerstag, 4. August 2005 - Anchorage
 |
Mit schwerem Herzen fahren wir von diesem idyllischen und wunderschönen Zeltplatz weg. Unser Ziel heute ist Anchorage. Als erstes stellen wir das Zelt auf den Eagle River Campground. Danach braucht unser Auto dringend einen Ölwechsel, der hier in der Ford Garage innerhalb 45 Minuten und für 33$ sofort erledigt wird. Nach dem Besuch des Visitor Centers suchen wir den Waschsalon auf, wo wir in einer Stunde unsere Kleider waschen und (leider feuerheiss) trocknen können. Möglicherweise ist uns nun etwas zu klein? Nach dem Waschen besuchen wir die Erdbeben Ausstellung (grosses Beben in 1964) und sehen uns im Experience Cinema den Film „ Alaska- the great land“ an. Nach dem Film möchten wir etwas Kleines essen gehen. Da viele Restaurants bereits geschlossen sind, beschliessen wir in den Pizza Hut zu gehen, welchen wir heute Morgen in der Stadt gesehen haben. Leider wissen wir nicht mehr genau wo wir ihn gesehen haben und so bleibt dieser unauffindbar. Anchorage ist eben auch keine Kleinstadt. So fahren wir ohne Nachtessen zum Zeltplatz zurück. Direkt bei der Zeltplatzeinfahrt grast eine Elchkuh mit ihren zwei Jungen. Der Himmel ist wunderschön in orange und rot getaucht. |
 |
Freitag, 5. August 2005 - Duschen nach einer Woche
|
Als erstes buchen wir heute Morgen für sonntags eine 26 Gletscher Tour in Whittier. Nach einem Frühstück und dem ausfindig machen einer Dusche, geht es zu einer Basketball Halle in der Stadt. Hier dürfen wir für 3$ duschen so lange wir wollen. Nötig hatten wir es auf jeden Fall! Wie frisch geboren und um einige Gramm Dreck weniger, fahren wir ans Meer. Hier gehen wir einem Trail entlang, der auf einer schönen Aussichtsplattform endet, bei der an das grosse Erdbeben von 1964 erinnert wird. Hier gibt es an der warmen Sonne die vorher gekaute Glace, bevor wir nach einigen Fotos zum Auto zurückkehren. Am Nachmittag ist Shoppen angesagt und wir kaufen uns beide ein T-Shirt. Danach gehen wir ins Country Kitchen Nachtessen. Für Marius gibt es Steak mit Rösti (?) und Gemüse. Ich bekomme geräucherten Lachs in einer Tortilla eingerollt. Dies sei eine Spezialität des Chefs, welcher sogleich wissen will, wie es geschmeckt hat. Nach dem Essen fahren wir zurück zum Zeltplatz und gehen schleunigst schlafen. |
|
Samstag, 6. August 2005 - Anchorage Zoo
 |
Als erstes fahren wir heute Morgen in den Wal Mart in Anchorage, um Marius Mutter zu telefonieren, welche heute Geburtstag hat. Doch das Telefon will auch nach mehreren Versuchen nicht funktionieren und wir machen uns auf die Socken, um eine Post zu suchen. Aber auch diese ist unauffindbar und ein freundlicher Herr begleitet uns zu einer Jugi, weil er meint, dass der Jugibesitzer uns bestimmt helfen kann. Doch die Jugi ist bei unserer Ankunft geschlossen und wir kehren zum Wal Mart zurück. Hier versuchen wir das Telefongespräch nochmals über den lokalen Operator. Endlich, es klappt und die Geburtstagswünsche können überbracht werden. Nun ist es bereits Mittag und wir gehen in den gegenüberliegenden und nun entdeckten Pizza Hut. Nur scheinen wir etwas zu doof zu sein, um bei dieser Pizzazusammenstellung den Durchblick zu haben. Mit Hilfe der Kellnerin klappt es dann doch noch und bald darauf steht eine (lustige) Pizza auf dem Tisch. Nach dem Essen fahren wir in den Zoo, welcher arktische Tiere beheimatet. Der Eisbär hat es uns besonders angetan. Er spielt mit einer Kugel, badet und planscht im Wasser herum. Im Gegensatz zu anderen Tieren hier hat er ein recht schönes und grosses Gehege. Zurück in der Stadt gehen wir ins Restaurant „Snow Goose“, wo wir ein feines Fischgericht und Aussicht aufs Meer geniessen. Eine selbst gemachte Glace von einem Strassenhändler rundet dieses leckere Essen ab. Wir fahren an den Strand und sehen der Sonne zu, wie sie hinter den Bergen versinkt und den Himmel in wunderschönes Abendrot taucht. Viele kanadische Wildgänse geniessen die Ruhe am Strand ebenso! |
|
Sonntag, 7. August 2005 - Unendlich blaues Eis, Seeotter und Robben
 |
Nach einem Frischwaren Einkauf in Anchorage fahren wir bis nach Port of Whittier. Ab hier gibt es einen einspuhrigen Eisenbahntunnel, welcher bis nach Whittier führt. Nebst der Eisenbahn fahren abwechslungsweise im ein Stunden Takt die Autos durch. So fahren wir 2,5 Meilen auf Eisenbahnschienen bis an den Hafen von Whittier. Der Zeltplatz hier gefällt uns überhaupt nicht. Er besteht aus einem Parkplatz aus Schotter, einem portablem WC und weit und breit kein Wasser. So beschliessen wir direkt nach der Gletschertour wieder zurück durch den Tunnel zu fahren, um dort irgendwo einen Zeltplatz zu suchen. Aber erstmal geht es auf die 26 Gletscher Tour. Das Schnellboot fährt mit 65 Km/ h und ca. 45Km/h im Durchschnitt zu den Gletschern hinaus. Nach und nach fahren wir die 26 Gletscher an. Einige sind höher in den Bergen gelegen, die meisten grenzen aber ans Meer und können von ganz Nahe bestaunt werden. Das viele Eis glitzert und schimmert in allen blau und grün Tönen. Auf der Fahrt hinaus entdecken wir ganz viele Seeotter, welche gemütlich auf dem Rücken schwimmend uns anlachen und sich von uns nicht beeindrucken lassen. Ausserdem können wir Robben beobachten, die auf Eisschollen dahin treibend die Sonne geniessen oder sich im Wasser tummeln. Kurz nach der Abfahrt wird uns ein Lunch serviert. Fisch, Brot und Salat schmecken gut. Das Wetter ist heute einmalig schön. Die Sonne macht diese Ausfahrt erst recht spektakulär. Kurz bevor wir wieder den Hafen ansteuern, sehen wir noch einen Weisskopfseeadler. Schon sind wir wieder zurück im Hafen von Whittier und uns reicht es gerade noch auf den 18 Uhr Durchlass für den Tunnel. Kurz danach stellen wir unser Zelt auf den Wiilliwow Zeltplatz mit freier Sicht auf einen Gletscher. Jetzt haben wir genügend Zeit um gemütlich Nachtessen zu kochen. Als wir um 22. 30 Uhr bei Kaffee und Cookies sitzen, raschelt es plötzlich im Gebüsch. Als ich auf den Tisch stehe um besser über das Gebüsch schauen zu können, blicke ich zwei Meter entfernt von mir in ein Paar Elch Augen. Wir starren uns an, beide gleichermassen entsetzt. Der Elch trampelt schlussendlich mit seinem Jungen davon. Da Elchkühe mit ihren Jungen recht aggressiv sind, währe etwas mehr Abstand doch sehr angebracht. Etwas später machen wir uns für die Nacht bereit und machen uns auf den Weg aufs WC. Während Marius seine „Sitzung“ hält, warte ich Draussen. In sicherer Nähe des WC’s sehe ich mich auf dem Zeltplatz etwas um. Wie von Geisterhand tritt plötzlich ein Bär aus dem Gebüsch und steht mitten auf dem Weg. Ca. 100 Meter entfernt von mir starrt er mich an, wackelt über den Weg und verschwindet kurz darauf auf der anderen Seite im Gebüsch. SCHLUCK! Natürlich glaubt mir Marius bis Heute diese Geschichte nicht. |
|
Montag, 8. August 2005 - Erstmals wolkenloser Himmel
|
Wir fahren los durch die wunderschöne Meer- und Berglandschaft. In Soldotna kaufen wir ein und essen etwas zu Mittag. Hier entschliessen wir uns über Kenai nach Nikiski auf den Zeltplatz Captain Cook Inlet zu fahren. Einen Zwischenhalt in Kenai mit Sicht aufs Meer, ein paar Fotos der russischen Zwiebelturmkirchen und natürlich Ausschau halten nach den Beluga Walen. Dann geht’s weiter auf den wunderschön gelegenen Zeltplatz. Dieser liegt auf einem riesigen Felsen direkt über dem Meer. Nach dem Zelt aufstellen fahren wir einige Kilometer zurück zum Stormy Lake und geniessen die Abkühlung an diesem warmen Sommertag. Der See hat ganze 20 Grad, für hiesige Verhältnisse recht warmes Wasser. Zurück auf dem Zeltplatz brutzeln wir Aelplermakkaroni und geniessen ein feines Glas Wein dazu. Nach dem Essen sucht Marius zur Verdauung einen Cache in der Nähe des Strandes. Die Sonne ist um 22 Uhr langsam am Untergehen und wir erleben mit Sicht aufs Meer und den Bergen am Horizont einen romantischen Sonnenuntergang. Schööööön! |
|
Dienstag, 9. August 2005 - Haliput
 |
Wir fahren südlich nach Anchor Point. Dies ist der westlichste Punkt Nordamerikas, welcher überhaupt mit dem Auto befahrbar ist. Hier machen wir uns auf einen 5 Kilometer langen Spaziergang dem Strand entlang und entdecken zwei Weisskopfseeadler und einen braunen Adler. Ausserdem erleben wir die wechselnden Gezeiten, welche hier enorm sind. Nach dem finden eines Caches fahren wir nach Homer. Das Fischerdorf liegt auf einer 8 Kilometer langen Sandbank, welche ins Meer hinaus ragt. Der Strasse entlang gibt es einen Fischmarkt, Fischwettbüros, Fischrestaurants und natürlich Giftshops. Hier trinken wir erstmal auf einer Terrasse direkt am Strand etwas Erfrischendes und essen Ognonrings. Nach einem Spaziergang dem Split entlang, sehen wir uns den Fischmarkt an. Draussen liefern die Fischer gerade den Fang an, filetieren ihn, wägen und verkaufen. Nachdem uns ein Fischer gefragt hat von wo wir kommen, führt er uns stolz sein Viktorinox Filetiermesser vor. Da wir uns für den lustig aussehenden Haliput interessieren und wir beichten noch niemals davon gegessen zu haben, schenkt er uns kurzerhand ein riesiges Stück davon. Darauf schenkt Marius ihm sein Viktorinox Armeesackmesser, welches der Fischer freudig einsteckt. Wir fahren zurück über den Skyline drive, von wo man eine fantastische Aussicht auf Homer, Meer und Gletscher hat. Bei der Einfahrt zu Anchor Point stellen wir unser Zelt auf den Slidehole Campground. Bei den letzten Sonnenstrahlen braten wir Haliput und geniessen ihn in vollen Zügen. Mengen halber müssten wir gleich eine Fischvergiftung haben. Bei Kaffee und Cookies lassen wir den schönen Tag ausklingen. |
|
Mittwoch, 10. August 2005 - Nur für eine Glace nach Seward
|
Bereits um 8 Uhr fahren wir los mit einigen Fotostopps mit Sicht auf den Redaupt Vulcano. In Soldotna tanken wir und kaufen ein. Kurz nach der Ortschaft zweigt eine Gravel road vom Highway ab. Die Strasse führt am Skilak Lake vorbei, wo es ein paar schöne Zeltplätze direkt am Wasser hat. Da es aber erst 14 Uhr ist, essen wir am See zu Mittag und kochen Kaffee. Nach 31 Kilometer zweigt die Strasse wieder in den Highway hinein und wir sehen ein paar Weisskopfseeadler am Himmel kreisen. Als wir in Seward ankommen, sind wir sehr erstaunt. Der Ort wird in unserem Reiseführer als sehenswert beschrieben. Der Zeltplatz aber ist ein mehr besserer Parkplatz und liegt direkt an der Strasse. Uns gefällt es hier gar nicht! In einer Eisbude kaufen wir uns noch schnell eine Glace. So sind wir wenigstens nicht vergebens nach Seward gefahren. Kurz darauf machen wir uns auf die Rückfahrt. 38 Kilometer nach Seward stellen wir unser Zelt auf den Ptarmigan Lake Zeltplatz, machen ein Feuer und grillen Steaks. |
|
Donnerstag, 11. August 2005 - Tagesetappe von 460 Kilometer
|
Schon um 7 Uhr stehen wir heute auf. Der Zeltplatz ist Nebel umhüllt, dazwischen strahlend blaue Löcher, welche uns einen schönen Tag ankünden. Wir fahren los und machen einige Fotohalte bei dem von Nebel verhangenen See. Unterwegs sehen wir zwei Elche. In Anchorage angekommen, kaufen wir für Marius GPS einen neuen Knopf, ist fürs erste wieder repariert und Marius happy. Weiter geht unsere Fahrt Richtung Valdez. Eine schöne Strasse führt uns an einem Gletscher vorbei, welchen wir natürlich in Augenschein nehmen müssen. Es ist bereits wieder 17.30 Uhr und wir haben immer noch keinen Zeltplatz. Anhand unserer Reisekarte entschliessen wir uns 30 Kilometer Gravel road nach Norden zu fahren. Da angekommen erwartet uns ein traumhafter Lake Louis, mit Stellplatz Sicht auf See. Zelt aufstellen und sofort baden inklusive Rasur im 21 Grad warmen See. Eine Omelette zum Nachtessen, Wein und das ganze mit Sicht auf den spiegelglatten See. Bei Sonnenuntergang verfärbt sich der See in rosa töne. Beautiful and peaceful! |
|
Freitag, 12. August 2005 - Sterbender Lachs soweit das Auge reicht
 |
Heute Morgen ist es schon recht warm und man kann um 8 Uhr bereits im T-Shirt herum laufen. Summer is back! Als erstes baden wir nochmals im Lake Louis, der heute Morgen mit 17 Grad deutlich kühler ist. Der Tag kann erfrischt und aufgestellt beginnen. Frisch gebadet geniessen wir ein Frühstück aus Toast, Spiegeleier und Kaffee, natürlich mit herrlicher Sicht auf den See. Nach dem Abwasch und Zeltabbau fahren wir nach Valdez. Eingebackener Lachs und Haliput sind unser leckeres Mittagessen. Danach buchen wir für Morgen eine Kajak Tour zum Colombia Glacier, welche 10 Stunden dauern wird. Wir sind gespannt wie ein Pfeilenbogen! Auf der Suche nach einem Zeltplatz sehen wir uns in der Nähe des Dorfes einen Fluss an, in dem die Lachswanderung begonnen hat. So weit das Auge reicht kämpfende, sterbende Lachse! Nicht gerade schön anzusehen! Schnell weiter auf den Glacier Campground und das Zelt aufstellen. Nach dem degustieren eines einheimischen Kodjak Biers haben wir Risotto gekocht und Maiskolben gebraten. |
|
Samstag, 13. August 2005 - Kajak Tour zum Colombia Glacier
 |
Um 10.30 Uhr treffen wir uns vor Pangaes Kajak Tours. Wir werden mit Schwimmwesten, Spritzschutz, Paddeln und Kajaks ausgerüstet. Nach einigen Sicherheitsinstruktionen können wir unsere Kajaks aufs Schifftaxi verladen. Auf dem Taxi bekommen wir kurzerhand noch Sicherheitshinweise von dem knapp drei jährigen Sohn des Kapitäns. Das Schiff fährt uns raus zu Colombia Glacier. Auf der Fahrt sehen wir viele Seelöwen Kolonien und einige Puffins. Nach ca. 1 1/2 Stunden Fahrt wagen wir uns ans wackelige Umsteigen in die Kajaks inmitten des Eiswassers. Jeder hat den Umstieg trocken geschafft und schon paddeln wir zwischen den eindrücklichen Eisblöcken, welche in der Sonne wunderbar blau schimmern. Da paddeln Hunger macht, gibt es nach 2 Stunden eine Mittagspause. Wir schleppen unsere Kajaks auf eine Halbinsel, damit sie bei Flut nicht weggetragen werden. Mit Sicht auf die schillernden Eisblöcke und mit nichts als Ruhe umgeben geniessen wir auf der Anhöhe unser Sandwich. Schnell zieht es uns wieder ins Wasser. Nochmals paddeln wir im Eis und wagen einen Abstecher in einen Flusslauf, wo wir viele Lachse sehen. Da heute das Eis recht dicht liegt, können wir leider nicht bis zu der Gletscherzunge paddeln. Um 19 Uhr lädt uns das Schifftaxi bereits wieder auf und es geht zurück in den Hafen. Da es jetzt recht spät ist, gehen wir nochmals in das gestern entdeckte Fischrestaurant und bestellen eingebackenen Lachs. Nun aber schnell zurück auf den Zeltplatz und sogleich ab ins Bett. Wir sind hundemüde! |
 |
Sonntag, 14 August 2005 - Reicht das Benzin für bis nach Tok
|
Um 9 Uhr fahren wir los Richtung Tok. An einem Rastplatz machen wir Toast mit Philadelphia Käse und brühen uns Kaffee. Leider bemerkt Marius zu spät, dass er die abmontierten Hosenbeine auf dem Rastplatz liegen gelassen hat. Nun hat er für den Rest der Reise ein Paar kurze Hosen mehr. Weiter geht die Fahrt Nord- Ostwärts. Heute ist es wieder recht dunstig und es riecht wieder intensiver nach Rauch. Wir sind wieder im Waldbrandgebiet. Bei einer Tankstelle kurz vor dem Cut off meint Marius, dass das Benzin gut bis Tok reicht und wir sogar noch 10 Kilometer Sicherheit hätten. Doch unterwegs bemerkt er mit Schrecken, dass das Benzin schwindet und wohl nicht einmal bis Tok reichen würde. Nun stecken wir in dieser misslichen Lage, obwohl wir uns schon in der Schweiz geschworen haben, immer genug Benzin mitzuführen. Tankstellen in Alaska und Yukon sind nämlich dünn gesät. Die nächste Ortschaft ist ca. 80 Kilometer entfernt und wir sehen uns in Gedanken schon an der Strasse entlang spazieren. Gibt es in ganz Cut off sonst noch eine Tankstelle? Der Schweiss steht uns bereits auf der Stirn, da taucht aus dem nichts eine einsame Tankstelle auf. Der Retter in der Not! Uns ist es deutlich wohler und der Tank bald voll. In Tok angekommen kaufen wir ein und fahren 30 Kilometer westwärts an den wunderschönen Moon Lake. Ein kurzes Abkühlen im 15 Grad kalten See. Marius kocht für uns Paprika Geschnetzeltes und wir geniessen die Ruhe hier. Es ist saugemütlich hier! |
|
Montag, 15. August 2005 - Die kanadische Zollbeamtin, welche Maple Leafs nicht von Marihuana unterscheiden kann
 |
Vom Moon Lake fahren wir retour nach Tok, wo wir auf einem RV Park unsere Kleider waschen und wieder einmal duschen können. Nach dreimaligem Einschäumen sich wir sauber und könne mit den Tasche voller frisch gewaschener Kleider einkaufen gehen. Danach braucht unser Auto eine riesengrosse Durstlöschung, damit wir nicht wieder Angst haben müssen, eine Wegstrecke zu Fuss gehen zu müssen. Nach einem Pick- Nick auf dem Tok River Campground, auf welchem wir auf der Hinfahrt übernachtet haben, fahren wir südwärts Richtung Haines Junction. Am Zoll verabschieden wir uns von Alaska und müssen der Zollbeamtin Red und Antwort stehen. Fragt diese doch, ob Marius Marihuana mitführt, da er einen Kettenanhänger von einem Maple Leaf trägt. Worauf Marius der kanadischen Zollbeamtin erklären muss, dass dies ein Ahornblatt sei, welches das Flaggenzeichen von Kanada sei! Hä? Gegen Abend stellen wir das Zelt auf den River Creek Campground direkt an einem Flüsschen auf. Die 4 cm dicken Poulet Cordon bleu gefüllt mit Schinken, Schmelzkäse und Schimmelkäse brutzeln vor sich hin und lassen uns bereits das Wasser im Mund zusammen laufen. Nach einem Kaffe geht es in den wärmenden Schlafsack. |
|
Dienstag, 16. August 2005 - Brot backen auf offenem Feuer
 |
In der Nacht regnet es ziemlich stark und als wir aufstehen tröpfelt es immer noch. Schnell packen wir unser Zelt und fahren um 10 Uhr los. Wir fahren wieder mal an wunderschönen, eindrücklichen Waldlandschaften vorbei. Die Birken sind schon prächtig gelb und orange verfärbt. Unterwegs sucht Marius noch einen Geocache. Bevor wir noch ganz von den Mosquitos verstochen sind, fahren wir weiter. Irgendwo unterwegs, bei der einzigen Tankstelle weit und breit, essen wir etwas und tanken. Weiter geht es an den Kluane Lake, wo wir einen Stellplatz direkt am See unter Bäumen finden. Beim Eingang steht zwar eine unübersehbare Tafel: „ Zelter Vorsicht, Bären auf dem Zeltplatz, da es viele Soapberries gibt!“ Marius kümmert die Warnung wenig. Währe dies doch gerade ideal, wenn ein Bär über den Zeltplatz spazieren würde. Unser Platz liegt etwas von den andern abgesondert und wir haben es sehr still und gemütlich. Etwa nach 4 Stunden taucht eine Reisegruppe auf und stellt ihre Zelte in die Nähe unseres. In der Gruppe dabei ist ein Italo- Zürcher und ab geht die Party. Heute Abend habe ich auf dem offenen Feuer Brot gebacken, welches wunderbar zu den Penne Pesto geschmeckt hat. Bei Kaffee und Tee sitzen wir noch lange mit der Reisegruppe zusammen und plaudern. Es war ein lustiger Abend! |
|
Mittwoch, 17. August 2005 - Kojote
|
Nachdem wir diese Nacht überlebt haben, (Zeltplatz wegen Bären für Zelter nicht empfohlen) stehen wir auf, versorgen unser Zelt und essen noch rasch ein Joghurt. Franco von der gestrigen Reisegruppe ist bereits wieder putzmunter und man hört ihn über den ganzen Zeltplatz lachen und reden. Bei der Ausfahrt des Zeltplatzes noch schnell ein Überlebensfoto von der Bärentafel und wir verabschieden uns von der Reisegruppe. Wir fahren Richtung Haines Junction zurück. Kurz nach der Abfahrt sehen wir einen Kojoten, welcher vor unserem Auto über die Strasse rennt und uns dann vom Gebüsch aus verwundert beobachtet. Irgendwo unterwegs zweigt eine Gravel road 5 Kilometer links ab, welche uns zu einer Ghost town aus alten Blockhütten führt. Hier machen wir im Sonnenlicht einige schöne Fotos. Wer hat wohl hier einst gelebt und unter welchen Umständen? In Haines Junction angekommen essen wir erstmal etwas und besuchen danach das Visitor Center. Da wir schon recht nahe bei Whitehorse sind und wir aber immer noch 3 Tage zur Verfügung haben, entschliessen wir uns schlussendlich diese Zeit in der Nähe des Kluane Nationalparks zu verbringen. Wir fahren an den Dezadeash Lake. Hier ist es sehr windig und das Auto dient uns seeseitig als Windschatten für das Zelt. Das Wasser schlägt recht hohe Wellen und es rauscht wie am Meer. Unter dem Campground Unterstand kochen wir auf dem alten Holzofen unser Nachtessen. Schweinesteaks, Bratkartoffeln und Salt schmecken hervorragend. Lange sitzen wir noch mit Leuten vom Zeltplatz zusammen und plaudern. |
|
Donnerstag, 18. August 2005 - Hot Springs
 |
Nach einer stürmischen Nacht hier am Dezadeash Lake packen wir unser Zelt zusammen und fahren südwärts nach Klukshu. Dies ist eine Indianersiedlung, wo noch nach traditioneller Art Lachs gefangen und Bannock (Indianer Brot) gebacken wird. Ausserdem erzählt hier eine alte Indianerfrau Geschichten. Da es aber erst kurz vor 9 Uhr ist, haben hier fast alle Häuser die Fensterläden geschlossen und es ist niemand zu sehen. Nur ein alter Indianer guckt neugierig hinter den Vorhängen hervor, als uns ein Hund anbellt. Nach ein paar Fotos fahren wir zum Rock Glacier Trail. Ein 1,6 Kilometer langer Aufstieg führt über die Geröllhalde des toten Gletschers. Oben belohnt uns eine schöne Aussicht über den herbstlich gefärbten Wald und dem See. Nach dem Abstieg sehen wir uns noch den Kathleen Lake an und fahren dann zurück nach Haines Junction. Hier kaufen wir etwas ein und essen eine Kleinigkeit. Wir verlassen Haines und fahren auf dem Alaska Highway bis nach Takhini Hot Springs. Unterwegs sehen wir zweimal einen Kojoten und einen Elch. Gleich neben den Hot Springs mit 40 Grad warmen Wasser gibt es einen Zeltplatz. Wir stellen unser Zelt auf und machen uns auf den Weg zur Quelle. Während wir den warmen Pool geniessen klaut einer mein Thermohemd. Solche Menschen gibt es also auch hier! Nach dem baden kochen wir auf dem Zeltplatz Reis, Schweinesteaks und Salat. Bald darauf kuscheln wir in unsere Schlafsäcke, denn nach dem Bad sind wir hundemüde.
|
|
Freitag, 19. August 2005 - Atlin
 |
Nachdem wir unsere Sachen bei den Hot Springs zusammengepackt haben, entschliessen wir uns ganz spontan heute noch nach Atlin zu fahren. Einige Kilometer nach der Abfahrt sehen wir am Strassenrand das Yukon Wildlife Preserve ausgeschildert. Da es gerade kurz vor 10 Uhr ist und jede volle Stunde eine Führung statt findet, melden wir uns schnell für die Busfahrt an. Zu Fünft können wir mit einer Führerin durch die riesigen Gehege der einheimischen Tiere fahren. Hier leben Moschusochsen, Caribous, Rehe, Hirsche, Mountain Goats, Dall Sheep’s, Bisons, Elche und viele Ground Squirrels. Die Führerin erzählt uns viele interessante Dinge und wir können die Tiere beobachten. Diverse Schädel und abgeworfene Geweihe können wir bestaunen, berühren und hochheben. Die Führung dauert schlussendlich ganze zwei Stunden, anstatt wie vorgesehen eine Stunde. Nach dem Besuch im Wildlife Preserve fahren wir nach Whitehorse, essen, kaufen ein, tanken und fahren nun doch noch los nach Atlin. Die Fahrt dorthin ist wunderschön und führt uns am See und herbstverfärbten Wäldern vorbei. In Atlin angekommen sind wir von dieser herzigen kleinen Stadt hell begeistert. Die meisten Häuser sind bunt bemalt und leuchten herrlich in der Abendsonne. Mehr als eine Stunde ziehen wir durchs Städtchen und fotografieren. Danach geht es auf den Pine Creek Campground, welcher 6 Kilometer ausserhalb der Stadt liegt. Hoch über dem Fluss stellen wir mit freier Sicht aufs Wasser unser Zelt auf und geniessen wahrscheinlich unser letztes Yukon Gold Bier. Nach einem feinen Nachtessen; Kaffee und Pecan Nuss Törtchen müssen wir uns in den warmen Schlafsack kuscheln. Die Temperaturen am Abend kündigen schon deutlich den baldigen Herbst an. |
 |
Samstag, 20. August 2005 - Zurück nach Whitehorse
 |
Heute Morgen fahren wir an den Atlin Lake und mache uns ein feines letztes Frühstück auf einer Bank am See. Wir werden etwas wehmütig bei dem Gedanken, morgen nach Vancouver abzufliegen. Wir nehmen Abschied von Atlin und fahren zurück. Kurz vor Whitehorse besichtigen wir noch den Miles Canyon. In Whitehorse müssen wir uns erstmal einen regensicheren Unterstand suchen, damit wir unsere Reisetaschen packen können. Bei Harley Davidson werden wir fündig. Da es bereits nach Ladenschluss ist, erlauben wir uns dort vor dem Laden am trockenen zu packen. So viele Dinge in die zwei Taschen zu bringen grenzt schon fast an ein wissenschaftliches Wunder. Inmitten dem einpacken taucht plötzlich der Boss des Ladens auf. Er wird wohl nicht gerade Freude haben, denken wir. Doch der Herr lacht und hat gar nichts dagegen, dass wir uns vor seinem Laden ausgebreitet haben. Marius schenkt dem freundlichen Harley Boss darauf hin unser letztes übrig gebliebenes WC Papier. Nach dem Einpacken gehen wir wieder (wie bei Ankunft) in das Klondike Ribe and Salmon Restaurant. Das Essen schmeckt in dem stadtbekannten Restaurant wieder irrsinnig lecker. Lachs und Haliput sind feine Fische. Nach dem Essen fahren wir zurück zum Miles Canyon, wo wir heute im Auto übernachten wollen. Da wir auch schon das Zelt eingepackt haben, wollen wir für die letzte Nacht den konform des Autos ausprobieren. Mit Sicht auf den Yukon River und dem Canyon finden wir ein geeignetes Plätzchen und richten uns für die Nacht ein. Nach dem definitiv letzten Yukon Gold Bier verkriechen wir uns im Auto. Irgendwie ist es noch gemütlich da drin. Schade ist es unsere letzte Nacht hier im Yukon. |
|
Sonntag, 21. August 2005 - Abflug nach Vancouver
|
Geschlafen im Auto haben wir prächtig und bequem. Wir starten zufrieden aber auch etwas traurig in den Tag. Nach einem Morgenspaziergang dem Canyon entlang, bekommt Marius einen Migräne Anfall. Zurück beim Auto muss er sich erst einmal hinlegen. Ich fahre zum Zeltplatz der ersten Nacht in Whitehorse. Hier können wir Duschen und fühlen uns nun sauber genug um unter die Leute zu treten. Marius geht es bereits wieder besser und wir fahren in die Stadt. Nach dem Auto auftanken und essen fahren wir an den Yukon River zur SS Klondike. Dies ist ein Schiff aus alter Goldgräberzeit. Hier verabschieden wir uns von der wunderschönen Gegend und lassen die Seele baumeln. Entlang des Flusses machen wir einen 5 Kilometer langen Spaziergang und geniessen es nochmals in vollen Zügen. Dann geht es zum Flughafen, wo wir unser geliebtes Auto abgeben müssen. Für fünf Wochen war es unser zu Hause. Sniff, sniff…
Einchecken, Passkontrolle und boarding. Pünktlich fliegen wir mit der kleinen Maschine ab, wenn auch sehr holperig. Wir haben einen schönen Flug an der Sonne und hoch über den Regenwolken. In Vancouver im Hotel Sandman angekommen, sitzen wir beide hundemüde am Tisch des Moxies Restaurants. Wir fühlen uns wie im falschen Film hier in der Grossstadt. Unsere Seele und der Kopf sind noch in der Wildnis Yukons und Alaskas.
|
|
Montag, 22. August 2005 - Shopping in Vancouver
 |
Heute Morgen gehen wir der Robson Street entlang shoppen. Marius möchte sich die Haare schneiden lassen und so suchen wir der Strasse entlang nach einem Coiffeur. Haare schneiden 15$ und dies auch noch professionell, steht da an einer Türe geschrieben. Während wir vor dem Eingang stehen, tupft gerade der chinesische Friseur die knallroten nassen Haare einer Kundin im stehen trocken. Wir hören wie er der Kundig beteuert, dass dies dieselbe rote Farbe wie auf der Packung sei. Kurz darauf stapft die Frau wutschnaubend aus dem Laden und läuft mit tropfendem nassem Haar die Strasse hinunter. Marius möchte sich in diesem Salon nun nicht mehr die Haare schneiden lassen. Wieso?
Am Abend fahren wir mit dem Aqua Bus nach Granville Island ins Restaurant Sandbank essen. Very delicious! Nach dem essen setzen wir uns in eine Bar, in welcher gerade live Musik gespielt wird und wir geniessen ein auf Granville Island eigens gebrautes Bier. Um 23.30 Uhr wollen wir nach Hause, doch der Aqua Bus fährt um diese Zeit nicht mehr. Kurz studieren wir, ob wir ein Taxi nehmen sollen, entschliessen uns dann aber die Stadt zu Fuss zu durchqueren. Nun haben wir noch einen langen Fussmarsch vor uns. Um auf die Brücke zu kommen, welche ins Downtown führt, müssen wir aber erstmal einige Minuten in entgegen gesetzter Richtung gehen. Auf dem Weg ins Hotel geniessen wir in vollen Zügen die Nachtstimmung und die vielen Lichter der Stadt. Mit geschwollenen Füssen fallen wir heute Abend ins Bett.
|
 |
Dienstag, 23. August 2005 - Zu Besuch bei Sheila und Joe
 |
Heute Morgen essen wir ein Frühstück hier im Hotel. Danach gehen wir Gas Town anschauen. Seit neuestem gibt es hier ein Storyeum. Hier wird die Geschichte der Ureinwohner, Siedler und Goldsucher von Kanada und speziell Vancouver erzählt. Die Show ist wie eine Art Musical mit super Bühnenbildern. Wir müssen bei jeder Szene den Raum wechseln und den Schauspielern folgen. Eine Stunde lang eine wirklich professionelle Show und sehr empfehlenswert.
Nach dem Besichtigen von Gas Town fahren wir mit dem Sea Bus nach Nordvancouver. Nach dem durchstöbern der Markthalle fahren wir per Bus zum Lynn Canyon. Hier haben wir leider nur eine Stunde Zeit, da wir bei Sheila und Joe zum Nachtessen eingeladen sind. Wir überqueren die legendäre wackelige Hängebrücke und machen einen kleinen Spaziergang des Flusses entlang.
Trotz des komplizierten Busnetzes treffen wir ziemlich pünktlich um 17.30 Uhr bei Sheila und Joe ein. Wir werden sehr herzlich empfangen und verbringen zusammen einen gemütlichen und schönen Abend auf der sonnigen Terrasse. Wir werden mit Braten, Kartoffeln, Gemüse und Salat bekocht. Als krönenden Abschluss serviert uns Sheila einen Limettenkuchen. Sogar Keith kommt zu Besuch, um Marius wieder zu sehen. Leider vergeht die Zeit wieder viel zu schnell und wir müssen uns verabschieden. Joe fährt uns mit seinem Auto zu Hotel zurück und bietet uns unterwegs sogar noch eine kleine Stadtführung bei Nacht. Vielen lieben herzlichen Dank für eure Gastfreundschaft!
|
|
Mittwoch, 24. August 2005 - Letzter Tag in Vancouver
 |
Heute Morgen stehen wir zeitig auf und fahren mit dem Sea Bus nach Nordvancouver. Per Bus geht’s weiter zum Grouse Mountain, dem Hausberg von Vancouver. Bereits in der Gondel haben wir eine super Aussicht auf die ganze Stadt. Oben angekommen gehen wir zu Fuss auf die Gipfelspitze und haben von da noch die schönere Aussicht. Ein Anblick der lange in Erinnerung bleiben wird! Nach dem Abstieg möchten wir die Grizzly Bären bestaunen. Aber denen ist es wohl zu heiss und sie haben sich im Schatten zur Mittagsruhe verkrochen. Nach einem kurzen Trail zu einem See, fahren wir um 13 Uhr mit der Gondel wieder hinunter. Um 14 Uhr haben wir noch mal mit Sheila und Joe abgemacht. Marius und Joe wollen in Westvancouver Golfen gehen, Sheila und ich machen derweilen einen wunderschönen Spaziergang am Meer entlang. Hier entdecken wir am Strand eine Robbe, die auf einem Stein liegt und sich ganz der Sonne hingibt. Leider geht die Zeit wieder viel zu schnell vorbei und es ist bereits wieder Abend geworden. Nun verabschieden wir uns schweren Herzens von Sheila und Joe und fahren mit dem Sea Bus zum Hotel zurück. Schnell etwas frisch machen und schon geht’s wieder der Robson Street entlang zu Cloud nine. Dies ist ein Drehrestaurant im 42. Stock mit atemberaubender Aussicht auf die Stadt. Hier haben wir mit Sibylle abgemacht, welche die nächsten zwei Monate noch hier in Vancouver arbeiten wird. Ein leckeres Abschiedsessen und ein schöner Sonnenuntergang, welcher den Himmel über der Stadt in alle rot töne verfärbt. Dies lässt unser Herz schwerer werden, möchten wir nicht an Abschied denken. Doch alles hat ein Ende…! Nach einem Hot chocolate Brownie mit Vanilleeis verabschieden wir uns von Sibylle. Zu Fuss schlendern wir zum Hotel zurück und geniessen noch mal so richtig die Mitternachtsatmosphäre der 2 Millionen Stadt. Im Hotel packen wir noch ein paar Sachen zusammen und gehen schlafen. |
|
Donnerstag, 25. August 2005 - Heimflug
 |
Um 7 Uhr stehen wir auf und nehmen eine weckende Dusche. Um 8 Uhr erwartet uns bereits das Taxi. Im Flughafen angekommen, haben wir per self- service recht schnell eingecheckt und können nun noch etwas den Souvenirshops nachhängen. Pünktlich um 11 Uhr startet unser Flieger und vergisst dabei unsere Seele mitzunehmen. Was wir noch nicht wissen, auch unser Gepäck ist nicht mit an Board und bleibt vorerst in Kanada. Wir haben einen recht kurzeiligen Heimflug und geniessen über den Wolken einen schönen Sonnenuntergang, sowie den Sonnenaufgang. In Zürich angekommen müssen wir, wie so viele andere Reisende auch, erstmal unser Gepäck vermisst melden. Mit dem Zug geht es in rasanter Fahrt Richtung Bern. Alles was an uns vorbeizieht ist schweizerisch klein und passt nicht zu den Dimensionen Kanadas. Auch wenn es uns sehr schwer fällt wieder zurück zu sein, auf Indu und Füchsu freuen wir uns auf jeden Fall. Wenn nun das Gepäck noch ankommt und unsere Seele nachfolgen kann… - …Ende gut, alles gut!
Thanks for sharing your piece of paradise!
|
|
|
Nachtrag:
26. August: Wir warten auf unser Gepäck
27. August: Wir warten auf unser Gepäck
28. August: Wir warten auf unser Gepäck
29. August: Um 18 Uhr werden uns die Gepäckstücke geliefert (oh, keine Seele drin! Die braucht wohl noch etwas länger!) |
|
|
|